Wie es sich so reist, mit „Corona“ im Gepäck

Vor kurzem bereisten wir ein Ziel, das wir schon lange vor uns hergeschoben haben.

Warum wir das Ziel jetzt doch angeseteuert haben?

Tja, wir fragen uns eher, warum wir das erst jetzt gemacht haben. Wir können euch aber gern die Umstände erklären. Sie heißen „Corona“, oder im Fachjargon „Covid-19“, und wir können uns gut vorstellen, dass auch eure geplante Reise ins Wasser gefallen ist.

Seit zwei oder drei Jahren hatten wir vor, ins schöne Bautzen zu fahren. Da soll es eine Burg geben, etwas Senf und ganz viel Charme. Und was kam uns dazwischen? Die Ostsee! Wir sind so Meer-verliebt, dass wir ständig zu unserem Lieblingsziel gereist sind und die Städtereisen landeinwärts vernachlässigt haben. Ok, früher hatten wir auch noch keinen Igor der uns eine warme Unterkunft als Hotelalternative bietet, aber wir hätten sicher einen Weg gefunden, wenn wir gewollt hätten.

Nun ja, so saßen wir da, im Mai. Ohne Pläne, ohne Ziele und ohne offene Campingplätze. Ziemlich blöd.

Die erste Idee war total einleuchtend, aber nicht so erfolgreich…

Alles wie immer denkt ihr jetzt: Wir riefen an der Ostsee an, frei nach dem Motto: „Hallo Ostsee, ist da noch ein Platz für uns?“, und sie toste wild und stürmisch: „Neeeiiin, nur 60 %, ihr seid zu spät!“. Nur 60 %…wir waren zu spät. Vor einigen Wochen noch zu früh, weil keiner wusste ob Hü oder Hott, und jetzt zu spät, weil Hott = 60 % … und die waren erreicht.

So riefen wir uns in Erinnerung, was noch so auf dem Plan stand.

Bautzen! Aha! Senf und so, da war doch was. Und, wie sieht´s in Sachsen mit der Eindämmungsverordnung #3 so aus? Voll in Ordnung, ganz sympathisch, hier erkennt ein Land seine Chance: Alle Ostseeverbannten rein nach Sachsen! Und so hatte uns die Marketingstrategie erhascht und wir fuhren nach Bautzen.

Alles war an Board, doch eine Sache war komisch.

Gefühlt war auch alles wie immer:

  • Der Kühlschrank war voll,
  • der Bier- und Weinvorrat war richtig voll,
  • wetterfeste Kleidung war eingepackt und
  • Gesellschaftsspiele für regnerische Abende auch!

Doch da war ein blinder Passagier an Board: Der Mundschutz!
Bei Abfahrt flog er schnell auf die Ablage über der Fahrerkabine, aber spätestens bei der Anmeldung musste wir ihn wieder raus kramen. So ging das auch weiter: -Beim Bummeln, beim Einkauf, im Museum, bei Stadtführungen usw.

Und uns kam die Frage auf: Ist das denn Urlaub?

Wir kamen zu dem Ergebnis:
Ja, das ist es. Denn ganz pragmatisch gesehen macht die Zeit, in der wir persönlich den Mundschutz tragen mussten, nur ein Minimum der Gesamtzeit im Urlaub aus. Oft sind wir auch gar nicht beide in das Geschäft gegangen – andere sehen das aber vielleicht schon wieder als Einschränkung, wir eher nicht.

Unter´m Strich zählt für uns eins: Es waren viele Camper unterwegs. So viele Wohnmobile haben wir lange nicht gesehen. Alle waren gut gelaunt, viele haben die Alternative, ins weltoffene Sachsen zu reisen, gerne angenommen und so frei und offen haben wir uns auch trotz der Situation gefühlt. Vielleicht haben wir uns aber auch gerade so gefühlt, weil es genau der richtige Zeitpunkt ist um wieder zu reisen:

Neues zu erleben, in Kontakt zu treten, frische Luft zu atmen, um den See zu radeln. All das, was vorher nicht gefährlich war und es jetzt halt auch nicht ist – mit 1,50 m Abstand, die schon total normal sind und die wir auf den Campingplätzen doppelt und dreifach einhalten können!

Unsere Reiseapotheke – Die Gesundheit an Board!

Der Sommer kommt bestimmt, aber die Erkältung sicher auch.

Uns passiert es oft, dass wir uns irgendwo einen Schnupfen holen oder eine Verletzung zuziehen: Mit nassen Haaren über den Campingplatz, das Essen nicht gut verdaut, bei der Radtour gestürzt, beim Aufbauen den Finger eingeklemmt… was einem nicht alles passieren kann! Deshalb hat es sich schon bei unseren Zeltreisen bewährt, immer das wichtigste an Board zu haben.

Doch bei uns läuft eine Sache anders!

Wir haben wenig Chemie dabei. Denn: Karin setzt auf Naturheilkunde. Deshalb möchten wir euch hier einen kleinen Einblick geben, was wir alles einpacken für unsere Gesundheit auf Reisen.

Für jedes Leid ist ein Kraut gewachsen. Einen Kräutertee sollte man besser immer an Board haben.

Insbesondere bei Erkältung schwören wir auf folgende Heilpflanzen und Kräuter:

  • Husten:
    • Thymiankapseln einnehmen
    • Saft aus Efeuextrakt einnehmen
    • Japanisches Heilöl zur Inhalation über einem heißen Dampfbad
    • Isländische Moospastillen einnehmen
    • Kalter Brustwickel: Hilft nur bei festsitzendem Husten indem er die Durchblutung erhöht. Dafür tränkt man Tücher für eine Lage in kaltes Wasser, die Tücher für die anderen zwei Lagen bleiben trocken. Als Zusatz kann man dem Wasser noch Thymian- oder Eukalyptustropfen hinzugeben und es gut umrühren. Anwendung:
      • Für die erste Lage wringt man die getränkten Tücher aus und wickelt sie eng und faltenfrei um den Brustkorb.
      • Die zweite Lage sind trockene Tücher, die auf die nassen gelegt werden um die Brust gewickelt und fest gezogen werden.
      • Die dritte Lage sind dicke, wärmende Handtücher, die warm halten sollen. Dafür wickelt man diese als letztes um die beiden Lagen herum und packt sich dann warm ein.
      • Nach ca. 10 Minuten alles entfernen, warm anziehen und einen Kräutertee trinken.
  • Halsschmerzen oder -kratzen
    • Warmen Kamillentee, ca. 3 Liter pro Tag, trinken
    • Eine kalte Tasse Kamillentee für 3x tgl. Gurgeln und Spülen bereit stellen
    • Quarkumschläge machen: 2-3 tgl. 3-4 Esslöffel Speisequark in einem Küchentuch um den Hals legen und mit einem Halstuch festbinden. Wieder Abnehmen wenn es „schwitzt“.
    • Kartoffelumschlag machen: ca. 300 gr Kartoffeln kochen, auf ein Küchentuch legen und mit einer Gabel zerdrücken. Um den Hals legen und mit einem Schal fixieren. Vorsicht heiß! Es ist wichtig aufzupassen, dass man sich nicht verbrennt. Wenn die Kartoffeln abgekühlt sind, den Wickel abnehmen und Hals warm halten.
  • Verstopfte Nase und Nasennebenhöhlen
    • Japanisches Heilöl zur Inhalation über einem heißen Dampfbad
    • Murmelöl zur Massage der Akkupressurpunkte: hier jeweils mind. eine Minute lang massieren. Die Punkte sind mittig auf den Augenringen und mittig über den Augenbrauen.
    • 3x tgl. eine Tasse warmen Lindenblütentee trinken
    • Pfefferminztee bei Bedarf trinken
    • Viel Wasser trinken um die Schleimhäute feucht zu halten
  • Ohrenschmerzen
    • Die Ohren stets warm halten und vor Zugluft schützen
    • Eine halbe Zwiebel auf das Ohr legen, festbinden und mind. 45 Min. einwirken lassen. Bei ganz starken Schmerzen auch über Nacht einwirken lassen.
    • Wer es an Board hat: 3x tgl. für 10 Min. Rotlicht machen (eine Wärmflasche hilft aber auch)

Aber es gibt ja noch andere Symptome und Beschwerden als eine Erkältung...

  • Entzündungen der Haut:
    • Propolistropfen verdünnt (1:20) mit einem Wattestäbchen oder -pad auftragen
    • In Kamillentee getränktes und im Kühlschrank gekühltes Küchenpapier auflegen
    • Arnikatinktur oder -salbe auftragen
    • Teebaumöl oder Johanniskrautöl auftragen
    • Bei offenen Stellen sollten die Öle und Tropfen nicht verwendet werden
  • Kopfschmerzen:
    • Basilikumtee trinken und abgekühlten Tee auf die Schläfen und in den Nacken reiben
    • 2-3 Pfefferminz- oder Basilikumtropfen auf die Schläfen und in den Nackenbereich auftragen
    • Zartbitterschokolade oder starker Kaffee können bei einigen auch Wunder wirken, jedoch kommt es auf die Art der Kopfschmerzen an
    • Eine Wärmflasche in den Nacken-/Schulterbereich legen um die Durchblutung anzuregen
    • Anderen hilft wiederum ein eiskalter Kühlakku im Nackenbereich. Diesen sollte man jedoch im 10-Minutentakt auflegen und wegnehmen.
  • Blasenentzündung:
    • Generell viel trinken, besonders hilft:
      • Brennesseltee trinken (Brennesseln findet man zum Glück überall und kann sie frisch mit heißem Wasser aufgießen, 8 Minuten ziehen lassen, die Pflanzen entfernen und trinken)
    • Nicht lange zögern und zum nächsten Arzt oder Krankenhaus fahren, da sich meist Bakterien angesiedelt haben, die bei zu später oder Nicht-Behandlung zu den Nieren aufsteigen können.
  • Durchfälle:
    • Hefe- oder Kohlekapseln einnehmen
    • Wenig Ballasstoffe essen, erst einmal „stopfende“ Nahrungsmittel verzehren
    • Ausreichend trinken um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen
    • Bei länger anhaltenden Durchfällen unbedingt einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.
  • Muskelzerrung:
    • Sofort kühlen, kühlen, kühlen
    • Arnikasalbe auftragen und den Muskel schonen
    • Johanniskrautöl in geringer Dosis auftragen
  • Fieber
    • Immer warm einpacken und gut auskurieren. Wenn es nicht sinkt, zum Arzt gehen und sie Ursache finden!
    • Wadenwickel helfen bei hohen Temperaturen, aber nur wenn Hände und Füße auch warm sind: Dafür Tücher in lauwarmes Wasser tränken, auswringen und um je einen Unterschenkel wickeln. Dabei müssen die Gelenke frei bleiben. Die Unterlage sollte saugfähig oder abgedeckt sein.
    • Nicht zudecken und 20-30 Minuten einwirken lassen.
    • Sobald die Temperatur um ca. 1° Grad gesunken ist, sollten die Wickel entfernt werden. Ein schneller Temperaturabsturz ist nicht gut und führt ggf. zu Schüttelfrost.
    • Viel trinken, der Körper benötigt die Flüssigkeit als Unterstützung!

Hilfe aus der Apotheke

Fast alle genannten Öle, Tropfen, Kapseln etc. bekommt ihr in der Apotheke oder im Drogeriemarkt. In den Apotheken gibt es auch oft auf Naturprodukten basierende Mittel, die wir sehr empfehlen können, aber für die wir hier keine Werbung machen möchten. Eine Beratung können wir sehr empfehlen. Auch im Ausland bekommt man diese Produkte oft.

Es gibt sicher noch viel mehr Naturheilmittel, dies ist nur eine Auswahl von dem, was wir dabei haben und empfehlen können. Jede Krankheit und jeder Verlauf ist jedoch individuell und sollte bei Unsicherheiten immer professionell begutachtet und behandelt werden. Insbesondere im Ausland gibt es oft unbekannte Symptome oder Krankheiten auf die wir nicht immer bestens vorbereitet sind, das sollten wir nicht unterschätzen und lieber einmal mehr von einer medizinisch qualifizierten Person abklären lassen.

Nun hoffe ich, dass ich euch etwas für die Naturheilkunde beim Campen begeistern konnte. Bei Fragen hinterlasst sehr gerne einen Kommentar. Auch neue Tipps sind hier herzlich Willkommen!

Wie wir Ostern mit Igor verbringen

Wir wissen nicht wie´s euch geht, was ihr für Ostern geplant hattet oder nicht. Aber wir vermissen unseren Igor unglaublich doll!

Keine Sorge, wir sind nicht weggefahren!

Natürlich sind wir lieb zu Hause: Wir halten die Gesichter in die Sonne, essen Kuchen, mähen rasen und beobachten eben unsere echten anstatt die Camper-Nachbarn…hat auch was! Und es offenbart ganz lustige Details, das müssen wir schon zugeben! Da Igor aber wieder vor unserer Haustür steht (er kam vor kurzem aus dem Winterschlaf) und wir ihn somit jeden Tag sehen, reicht es leider nicht immer, sich die schönen Urlaubserinnerungen ins Gedächtnis zu rufen. Genau, wir wollen mehr!

Da wir letztes Jahr nicht nur Rückenschmerzen im neuen Bettchen, sondern das vierte Bett noch gar nicht verstanden hatten, war eine Aufgabe für dieses lange Wochenende gefunden! Es war einfach so:

Je länger die Reise, desto härter der Rücken.

Deshalb mussten wir uns etwas einfallen lassen. Nachdem wir unseren Kuchen verputzt hatten sind wir dann mit einer eingerollten Schaumstoffmatratze über den Hof gelaufen. Bislang waren wir ja die Beobachter, nun waren wir die Beobachteten und sorgten bei einigen Nachbarn für Aufsehen und Stielaugen. Die Katze folgte sogleich und hüpfte mit ins Womo. Der Tratsch war perfekt!

Unser Igor hat ein französiches Bett, das ist auch ganz nett. Das Gefühl der Prinzessin-auf-der-Erbse wollten wir jetzt nicht haben, aber etwas mehr Komfort durfte schon her. Deshalb bestellten wir vor einiger Zeit über eine bekannte Onlineakutionsplattform mit vier bunten Buchstaben eine 6 cm dicke Schaumstoffmatte – ohne Bezug, ohne Alles. Einfach nur Schaumstoff. Es kommt ja sowieso ein Bettlaken drüber. Diese rollten wir dann auf der vorhandenen Matratze aus – jetzt muss sie sich natürlich noch ausliegen. Aber das Gefühl war schon ein viel weicheres… ja, schon ein wenig Boxspringbett-Gefühl! Ob das bei der nächsten Reise spürbar sein wird? Wir hoffen es.

Dann wäre da noch das vierte Bett und seine Konstruktion.

Bei unserem Wohnmobilkauf waren viele Kriterien wichtig, einige brachten uns bei der Suche fast um den Verstand. Aber ein Must-Have war unumgänglich: Ein dritter Schlafplatz!

Nun hat Igor drei Schlafplätze und einen vierten „optional“ (Wie man bei der Schlafplatzangabe immer so schön lesen kann: 3/4 ). Im Herbst hatten wir einen lustigen Austausch mit anderen Campern, die gerade von einer Reise kamen, zu diesem Schlafplatz. In ihrer Anwesenheit hatte ich nämlich nachgefragt, wie man den besagten Platz denn umbauen könnte. Die beiden lachten herzlich, was mich zuerst etwas irritierte (ich fand mich nicht so lustig sondern fühlte mich eher hilflos). Aber dann erzählten sie, dass man den Esstisch schon mit großer Kraft nach unten drücken müsse – ohne überhaupt einen Hebel dafür zu betätigen. Aha! Ich sage euch: Wieviele Hebel so ein fahrendes Wohnzimmer hat ist wirklich verrückt! Bis man herausgefunden hat welcher Hebel wofür ist, wird man selber verrückt! Ein Glück trafen wir dieses Pärchen.

So bauten wir die Sitzecke auseinander, pressten den Tisch förmlich nach unten und bauten unseren vierten Schlafplatz erfolgreich auf! Siehe da, es war gar nicht so kompliziert – nur etwas anstrengend. Die Katze machte als erste Probeliegen und es schien ganz gemütlich zu sein (siehe Fotos unten). Unser dritter Schlafplatz ist ein richtiges Hubbett über der Sitzecke, den wir doch deutlich bevorzugen. Diesen haben wir auch noch Probe gelegen und, wir müssen sagen: Es passt, wackelt und hat (naja, etwas wenig) Luft.

Hier haben wir noch die Aufteilung der Polster für das vierte Bett aufgezeichnet, da wir dazu tatsächlich nichts im Web finden konnten. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, für uns war es nämlich auch ein ganz schönes Puzzle.

Bettaufbau für das vierte Bett im Ford Chausson 515 Flash:

So war der Nachmittag schnell vorbei, die Zeit zwischen Kuchenessen und Abendessen gefüllt und Igor auch auf dem neuesten Stand. Was will man mehr? „Frei sein und reisen“, könnte jetzt eine Antwort lauten. Und ja, das wünschen wir uns auch. Deshalb wünschen wir euch schöne Osterfeiertage: Genießt die Zeit und die Ruhe, denn die Hektik wird sicher früh genug wieder in unseren Alltag einkehren. Plant eine Reise und freut euch auf hoffentlich baldige Abenteuer mit vielen netten Gesprächen unterwegs!

Frohe Ostern wünschen euch Steffen und Karin!

Sommer, Sonne, Sonnenschein: Wie das Womo startklar wird!

Sommer haben wir noch nicht, aber:

Sonne und Sonnenschein ist immerhin schon da!

Wunderbar, um das Wohnmobil aus dem Winterschlaf zu wecken (sanft natürlich!) und es ordentlich zu schruppen, damit es wieder ausgeh-fein wird.

Wer möchte schon schmutzig durch die Gegend fahren… keiner. Na also, auf geht´s zum Womo-Waschtag!

Der perfekte Tag für diese Aktion ist wenigstens trocken, im besten Fall warm. Aber wir möchten ja im März nicht all zu viele Ansprüche stellen. Dieser Monat ist aus unserer Sicht perfekt, um das fahrende Hotel wieder in die Freiheit zu holen:

Kein Schnee, kein Frost, kein Glatteis und genügend Frühlingsgefühle und Motivation um es anzupacken. Dazu noch weniger Feuchtigkeit, mehr Trockenheit und im besten Fall auch Sonnenschein – so wird man abfahrbereit – spätestens, bis Ostern vor der Tür steht. Denn dann wollen die meisten von uns ja das erste Mal eine kleine Tour machen!

Aber nun ran an die Seife:

Für uns bietet sich hier eine Car-Wash-Station gleich um die Ecke an. Zwar ist das Dach nicht hoch genug, aber die letzte Waschbox ist „Open Air“ – unsere Chance! Doch einfach so losfahren? Das können wir euch nicht empfehlen. Das solltet ihr unbedingt mitnehmen:

  • Mehrere Putzlappen
  • Mehrere Trockentücher
  • Gummihandschuhe
  • Mind. 5-Stufenleiter
  • Klebeband
  • Viiiiieeel Kleingeld
  • Ca. zwei Stunden Zeit!

…und ihr solltet nicht unbedingt die Pradaschuhe tragen. Das Regencape ist überflüssig, der Hochdruckreiniger kommt überall hin – ÜBERALL!

Wer großen Wert auf blitzende Felgen legt, sollte sich hierfür mit einem weichen Schwamm und speziellem Reinigungsmittel ausstatten. Das Klebenband benötigt ihr zum Abkleben der Kühlschranklüftung und anderen Öffnungen, die mit dem Innenleben verbunden sind. Achtet auch darauf, dass alle Fenster und Türen richtig verschlossen sind. Eventuell müsst ihr auch die Antenne abschrauben.

Nachdem ihr alles aufgebaut und bereit gestellt habt, kann es mit dem Hochdruckreiniger losgehen. Es könnte ungünstig sein, später die Tür noch einmal zu öffnen (Seife im Innenraum und so… etwas glitschige Angelegenheit), deshalb holt besser alles heraus und legt es erst einmal an eine trockene Stelle (soweit ihr die bei so einer Anlage finden könnt.)

Für uns war die beste Option, mit dem Hochdruckreiniger zuerst alles einzuweichen, beginnend beim Dach und dann die einzelnen Seiten von oben nach unten (Mehr Aufmerksamkeit haben wir dem Dach nicht mehr gewidmet.) Anschließend wurden alle Seiten mit der Bürste kräftig eingeseift, dann abgewaschen und mit den Lappen die sensiblen Stellen intensiv geschruppt. Danach folgte noch einmal Hochdruck und zu guter Letzt der Glanzspüler, der auch etwas trocknet. Abschließend haben wir alle Tür- und Fensterrahmen sowie Tropfkanten und Gitter abgetrocknet und sind ne Runde Autobahn gefahren, sozusagen als Föhnersatz – feste pusten!

Doch nicht ganz sauber geworden?

Uns ist aufgefallen, dass der Fliegendreck vorne besonders hartnäckig ist und auch die Felgen noch Glanzpotenzial haben. Hierfür suchen wir aktuell noch nach den geeigneten Mitteln. Ebenso für die Reinigung der Fenster, hier wird empfohlen, keinen Glasreiniger zu benutzen. Also, falls ihr schon eine gute Wahl empfehlen könnt, hinterlasst doch gerne einen Kommentar!

Außen hui – Inne pfui?

Nein, bitte nicht! Auch innen möchten wir Sauberkeit und Ordnung haben.

Zum Glück hatten wir im Herbst schon fleißig geputzt, sodass es doch sehr erträglich war. Es hat sich auch kein Mäuschen in unser fahrendes Häuschen verirrt. Demnach reicht ein Abwischen der Oberflächen, Hygiene im Badbereich und einmal Durchsaugen völlig aus. – Okay, die Fenster wollten wir ja noch Putzen! Aber es muss auch nicht alles auf einmal sein.

Denn am schönsten ist es doch, alles wieder hinein zu räumen:

Das Bett frisch beziehen, die Kuscheldecke wieder bereit legen, den Grill, die Spiele und die neusten Errungenschaften unterbringen. Dann können wir voller Vorfreude das Wohnmobil abschließen und bald die erste Reise unternehmen!

Achso, wir hatten ganz vergessen zu erwähnen, wofür das Kleingeld ist!

Gefühlt alle 10 Minuten piept „es“ wie wahnsinnig und macht erst weiter, wenn man ein neues 1- oder 2-Euro-Stück einwirft. Gekostet hat uns der Spaß ca. 15 Euro – aber die waren es wert, so sehr glänzt unser Igor jetzt!

5 Monate Winterschlaf, viel Zeit für…

Igor ist im Winterschlaf, wir warten sehnsüchtig auf unser Wiedersehen im Frühling… und ruhen uns auch etwas aus.

Aber was macht man eigentlich im Winter ohne Wohnmobil?

Hoffen, dass bald Frühling ist, in Erinnerungen schwelgen, Notsituationen zum dritten und zum vierten Mal analysieren und diskutieren, von neuen Reisen träumen… hach, es gibt so viel. Aber jetzt mal ehrlich: Die Zeit muss man ja sinnvoll nutzen!

Oder etwa nicht? 

Doch, ganz genau! Und dafür haben wir auch ein paar gute Tipps parat!

1. In Erinnerungen schwelgen (War tatsächlich kein Scherz!)

Wir suchen an den Wochenenden oder Feiertagen die Fotos von Handys und Kamera zusammen, speichern sie auf der Festplatte und lassen die schönsten Bilder entwickeln.

Und dann?

Wir lieben Fotoalben, von fast jedem Urlaub haben wir ein Album. Deshalb kann man die Wintermonate super nutzen, um die letzte Saison fotografisch aufzuarbeiten!

Wer wie wir auch eine Website pflegt, kann die Zeit natürlich auch hierfür nutzen. Was gibt es schöneres als einen Kaffee, Tee oder Kakao und ein paar Kekse zu genießen und am Ende des Tages einen neuen Reisebericht online zu stellen? Sicher vieles, aber es ist auch eine schöne Schlechtwetter-Beschäftigung!

2. Die Ausrüstung auf den aktuellen Stand bringen

Nach unserer Bekanntschaft mit der Nordseeküste in Dänemark hatten wir zwei Auffahrkeile weniger… uns war auch aufgefallen, dass wir gar kein Abschleppseil an Board haben. Während der Winterpause kann man deshalb solche Anschaffungen super erledigen! Auch Gardinen, Lampen, Leisten o.ä. sollte man dann bestellen. So kann beim Frühjahrsputz alles mit einem Rutsch erledigt werden!

3. Neue Reisen planen

Wo geht es diesen Sommer hin? Oder doch erst im Herbst?

Wer die Urlaubsplanung noch nicht einreichen musste sollte dies so langsam tun, damit auch der nächste Campingtrip gesichert ist. Für bestimmte Ziele muss man rechtzeitig buchen: Beliebte Plätze oder Fähren sind sonst sehr teuer oder ausgebucht. Auch den finanziellen Rahmen kann man dann besser einschätzen um ausreichend Rücklagen zu bilden! Und außerdem macht es doch auch Spaß, einen neuen Urlaub zu planen. Den nächsten Morgen kommt man dann viel besser aus dem Bett!

4. Werkstattbesuche um die geplanten Reisen herum planen

Steht der TÜV an? Die nächste Dichtigkeitsprüfung? Stimmt der Reifendruck?

Na dann aber flott!

Auch Werkstätten haben oft einen vollen Terminplan, vor allem in Frühjahr und Herbst, wenn Reifenwechsel, Checks oder Reparaturen anstehen. Deshalb kannst du, wenn die Reisezeiten grob feststehen, auch die Werkstattbesuche gut planen – manche müssen vor der Reise stattfinden, andere haben auch Zeit bis nach der Reise. Du wirst es dir danken, bevor das im Herbst in Stress ausartet. Denn ein defektes Wohnmobil in den Winterschlaf zu verabschieden ist kein gutes Gefühl. Spätestens im Frühjahr danach ärgerst du dich – so vieles ist dann noch zu tun!

5. Den aktuellen Campingplatzführer kaufen

Nachdem wir in Dänemark ohne Akku, ohne Netz und ohne analogen Stellplatzführer in Jütland standen und nicht wussten wo wir schlafen sollen, finden wir das einen sehr wichtigen Punkt: Immer einen aktuellen Stellplatzführer dabei haben. Vielleicht reist du auch in eine Region, für die du bisher noch nicht ausgestattet warst. Dann wird´s aber höchste Eisenbahn! Damit lässt sich auch die nächste Reise viel besser planen.

6. Versicherungen und Kosten checken

Wie viel zahlst du monatlich? Was zahlst du pro Werkstattbesuch? Gibt es etwa Sparpotenzial? Ein regelmäßiger Check lohnt sich um unnötige Kosten einzusparen und um sich beim nächsten Urlaub vielleicht eine schöne Massage leisten zu können. Das ist es doch wert, oder nicht?

7. Einfach mal: Relaxen!

Bei all den To-Do´s und dem großem Tatendrang darfst du eins nicht vergessen:

Die Entspannung!

Denn auch wir haben uns einen Winterschlaf verdient und dürfen uns für die neue Saison etwas erholen. Der Akkustand war niedrig, das Wetter ist kalt und nass. Graue Tage trüben unsere Stimmung. Das ist alles total in Ordnung! Leg die Füße hoch, lies ein schönes Buch / schau eine schöne Serie an und schalte ab. Einfach mal so richtig runterkommen, das tut so gut!

War´s das schon?

An dieser Stelle war´s das erst einmal von uns. Es gibt sicher noch viele andere Tipps – wenn du auch noch einen hast, schreib ihn gerne in die Kommentare, die Liste ist nicht begrenzt und darf sehr gerne wachsen!
Du musst natürlich nicht alles davon umsetzen – das sind nur Inspirationen. So machen wir es diesen Winter und uns tut das gut.

Aber wer weiß, was nächsten Winter auf uns zu kommt?

Lassen wir uns überraschen und freuen uns erst einmal auf das Erwachen des Wohnmobils, den anstehenden Frühjahrsputz und die erste Reise im Sonnenschein!

Let the camping begin – Unser Start mit Igor!

Let the camping begin – das war unser Motto im August 2019! Denn da sind wir Igor begegnet!

Aber wer ist eigentlich Igor?

Igor ist unser neues Wohnmobil – und auch unser erstes!

Wir haben viele Jahre im Zelt gecampt, angefangen hat es mit einem kleinen Igluzelt. Später legten wir uns ein großes 4-Personen-Zelt zu und fuhren an die Ostsee, nach Italien und durch Dänemark.

In 2017 mieteten wir dann ein Fiat Hymer Car und machten eine große Tour durch Spanien.

Das war der Trip, der alles veränderte!

Der Trip brachte uns an unsere persönlichen Grenzen. Egal ob Starkregen, stundenlanges Fahren, Höchsttemperaturen in der Wüste oder steile und enge Pässe – es war nicht einfach in den Pyrenäen. Aber wir waren trotzdem so begeistert vom Campervan, dass wir danach verschiedene Messen besuchten und uns bei Händlern informierten. Fast zwei Jahre lang! Bis wir dann vor wenigen Monaten Igor entdeckten, nach Berlin fuhren und, ja was sollen wir sagen?

Es war Liebe auf den ersten Blick!

Doch wie sollte unser Wohnmobil eigentlich ausgestattet sein um den „Liebe-auf-den-ersten-Blick“-Effekt zu haben? 

Aus unserer Sicht gab es anfangs recht viele Kriterien zu erfüllen:

  • Doppelbett und mindestens ein drittes / flexibles Bett
  • Ein kleines Badezimmer, aber nicht in der Mitte des Womo´s, wo die Tür eine Art Raumteiler wäre
  • Dachfenster (mind. eins sollte es sein)
  • Ein TV-Anschluss
  • Eine Rückfahrkamera
  • Eine Anhängerkupplung oder einen Fahrradträger
  • Ein schöner Ausblick aus dem Bett
  • Eine Markise
  • Ein großer Kühlschrank
  • Genügend Stauraum

Ein Navigationssystem brauchte es nicht zwingend, da wir bereits eins hatten mit dem wir sehr zufrieden sind. Aber wir merkten schnell, dass wir schon ziemlich genaue Vorstellungen hatten und wir uns von einigen wohl oder übel verabschieden mussten.

Aber wollten wir das wirklich?

Lange dachten wir das wäre nicht die richtige Frage. Aber es war die richtige, denn wir mussten uns von keinem Kriterium verabschieden – wir brauchten nur ausreichend Spucke und Geduld bei unserer Suche nach dem perfekten Gefährt für neue Abenteuer: Igor hatte nämlich all das – und sogar noch viel mehr zu bieten!

Ein fahrendes Wunder!

Und so ist Igor im Herbst 2019 bei uns eingezogen und hat die erste lange Reise, nämlich bis an den nördlichsten Punkt Dänemarks, perfekt gemeistert!

Wir sind zwar im Strand, ähm Sand, stecken geblieben und haben auf der Heimfahrt einen XXL-Steinschlag einkassiert. Aber ein Werkstattbesuch hat alle Wunden geheilt (…auch den tropfenden Frischwassertank) und so verschläft Igor gerade den Winter und ruht sich für neue Abenteuer aus.

Wir können es kaum erwarten wieder durchzustarten!

Ach, eine Sache wäre da noch…

… Igor ist unsere persönliche Hochzeitsreise, die hatten wir nämlich nie so richtig. Also, wer uns mal auf der Straße sieht: Hupen nicht vergessen!