Fiat Hymer Car „Yosemite“

Unser erstes Wohnmobil- bzw. in diesem speziellen Fall wohl eher Kastenwagenerlebnis machten wir mit dem Fiat Hymer Car Yosemite auf unserer Rundreise durch Spanien. Große Vorstellungen hatten wir zu Beginn nicht, wir sind ganz unvoreingenommen an dieses neue Erlebnis ran gegangen und wollten uns überraschen lassen. Alles in allem war es aber so ein schönes Erlebnis, dass wir auch hierzu einen Testbericht veröffentlichen möchten um euch die Entscheidung zu erleichtern.

1. Aussehen / Stil

Sportlich und gut geschnitten kommt der Kastenwagen von Fiat daher, der von Hymer ausgestattet wurde. Unser Modell war blau, das wirkte sehr stark und machte Eindruck, weil der Schnitt des Fahrzeugs gut zur Geltung kommt und gleich den Blick auf sich zieht. Insbesondere mit Aufstelldach wirkt das Fahrzeug sehr groß und mächtig.

Innen erwartet einen helles Holz und schlichtes sportliches Design. Alles ist aufeinander abgestimmt und sehr gemütlich. Das Fahrerhaus ist übersichtlich und geräumig gestaltet und sieht sehr aufgeräumt aus.

10 von 10 Punkte

2. Intuitive Bedienung / Beschreibung

Ohne Einweisung ist die Bedienung als Anfänger eine Herausforderung. Nach der Einweisung muss man sich insbesondere die Bedienung von Gasflaschen, Abwasserhähnen, WC-Kanister und Kühlschrank einprägen. Beschreibungen an Ort und Stelle und übersichtliche Bedienflächen erleichtern dies jedoch ungemein. Mengenstandsanzeigen, Temperaturanzeigen uvm. unterstützen bei korrekter Einschätzung und Handhabung.

10 von 10 Punkte

3. Qualität und Verarbeitung

Die Holzfronten und Stoffbezüge sorgen für eine gemütliche und angenehme Atmosphäre und sind qualitativ sehr hochwertig.

Zur Küche:
Etwas anfällig ist der zum Austritt gerichtete Kühlschrank, der schnell kleine Schrammen bekommt. Der Wasserhahn ist leider ein wenig anfällig, da er aus einem dünnen und nicht hochwertigen Material hergestellt ist. Die Schränke sind alle mit Gummis und Sicherheitsknöpfen ausgestattet, sodass während der Fahrt alles sicher steht. Der ausklappbare Tisch hatte schon etwas gelitten und hielt leider nicht immer so
einwandfrei. Die Herdplatten sind gut verarbeitet, jedoch recht klein.

Zum Bad:
Das Bad punktet mit tollen Materialien und guter Verarbeitung. Einziges Manko war für uns, dass die Decke im Bad gepolstert war. Auch wenn wir hier nicht geduscht haben, sehen wir diesen Punkt aus hygienischen Gründen kritisch. Leider etwas gefährlich war das Holzrost auf dem Boden des Bads. Wenn man seitlich auftritt kommt die andere Seite hoch und es besteht Sturzgefahr. Die Tür zum Bad rollte nicht mehr einwandfrei, da sich bereits etwas Dreck in der Laufleiste gesammelt hatte, der auch nicht mehr zu beseitigen war. Der Holzfußboden war sehr anfällig für Kratzer. Das Auto ist gut isoliert durch die Jalousien und auch abgedunkelte Fenster im hinteren Bereich. Diese lassen sich außerdem weit öffnen und in zwei Stufen feststellen. Man schläft gut auf richtigen Lattenrosten, ein wichtiger Faktor für Menschen mit Rückenproblemen!

7 von 10 Punkte

4. Handhabung im Alltag

Es ist natürlich eine große Umgewöhnung, auf diesem kleinen Raum zu zweit gut zurecht zu kommen. Zu Beginn sucht man alles, vergisst vieles und muss sich noch an die Bedienung gewöhnen. Aber von Tag zu Tag wird es besser!
Wenn der eine kocht und der andere ins Bad möchte, ist dies eine enge Angelegenheit, aber machbar. Es gibt eine kleine ausklappbare Tischplatte neben dem Herd, die zusätzlichen Arbeitsplatz bietet, das ist echt super. Der Kühlschrank ist außerdem groß genug. In der Essecke dreht man die Fahrerstühle im Handumdrehen rum , man muss allerdings den Dreh im wahrsten Sinne des Wortes rauskriegen, weil der Esstisch und der Fahrersitz nacheinander aufgebaut werden müssen, da es sonst nicht passt.
Wenn man tagsüber an die Schränke unter dem Bett muss, wird es etwas kompliziert. Dies ist aber schon der Fall, wenn man Kochen möchte und die Gasflaschen aufdrehen muss. Entweder man kriecht unten drunter und räumt alles hin und her oder man baut das Bett ab, was zwar im Handumdrehen erledigt ist, jedoch auch etwas Kraft erfordert. Man kann die Betten festklicken, sodass hinten tagsüber immer ein Durchgang frei ist. Hier könnte man auch Fahrräder befestigen.

Wer im Aufstelldach schlafen möchte, muss nur die Klickverschlüsse drehen und lösen und kann über die Leiter aufsteigen und sogar rausschauen. Dies wieder zusammen zu bauen erfordert etwas Kraft, da man „gegen den Wind“ arbeitet, aber die Luft muss ja auch irgendwo wieder hin.

Während der Fahrt hat man viel Ablagefläche und genug Raum im Fahrerhaus. Das Fahrzeug ist sehr wendig und auch in der Stadt gut zu fahren. Wir haben vom Pass bis zur Innenstadt alles durch. Ja wir sind sogar unter Felsvorsprüngen auf über 1000 m zu Campingplätzen gefahren und rückwärts starke Steigungen mit engen Kurven hoch gefahren. Die Kupplung hat danach natürlich gestunken. Aber auch offroad ist das Auto zuverlässig: die Klimaanlage kühlt auch in der Wüste und die Bremsen halten zwar nach einigen 1000 km quitschend, aber sie halten. Der Spritverbrauch war völlig in Ordnung, eine Spritfüllung kostet aktuell aber um die 120,00 € weil es einen großen Tank gibt.

7,5 von 10 Punkte

5. Besondere Merkmale

Aus unserer Sicht ist das Aufstelldach ein nennenswertes Alleinstellungsmerkmal. Das Auto ist so sportlich und leistungsstark und eignet sich trotzdem für 4 Personen. Auch toll ist das kleine versteckte Schuhfach vor der Rücksitzbank und ein Heizschlauch für die kälteren Tage, den man in das Aufstelldach legen kann. Ganz wichtig ist aber vor allem die Länge: Mit nur 5,99 m ist alles unter gebracht und das Auto citytauglich.

10 von 10 Punkte

6. Aus Sicht einer Frau

Es gibt einen riesengroßen Spiegel im Bad, genügend Stauraum für Kleidung (sogar eine Hängevorrichtung) und eine kleine Küche, in der man kleine Mahlzeiten mit einem tollen Ausblick zubereiten kann.

10 von 10 Punkte

7. Aus Sicht eines Mannes

Mit diesem Auto kommt man schnell ins Gespräch. Kontakte findet man dadurch super schnell. Bier passt in den Kühlschrank und ein TV-Anschluss ist ebenfalls vorhanden. Die Anlage hat ordentlich Wums, genauso wie das Auto. Der Fahrspaß ist groß und das Abenteuer kann beginnen!

10 von 10 Punkte

8. Preis – Leistung im Verhältnis

Hymer ist natürlich keine günstige Marke. Punkten tut hier eigentlich das Fahrzeugmodell „Fiat Ducato-Chassis“. Wie oben beschrieben gilt es an der Ausstattung und der Funktionalität einige Hürden zu überwinden. Das Modell war zu diesem Zeitpunkt erst ein Jahr auf dem Markt, sodass diese Kritikpunkte Potenzial zur Verbesserung haben. Das Hymer Car Yosemite beginnt bei 48.190,- € und hat viel Luft nach oben. Aus unserer Sicht ist dies kein Schnäppchen, aber angemessen.

9 von 10 Punkte

9. Fazit

Ein Auto zum Wohlfühlen, wenn auch mit kleinen Tücken. Vielleicht sehen wir das aber auch zu eng? Eine gute Frage… deshalb würden wir uns über euer Feedback mit Erfahrungen zu Wohnmobilen freuen. Schreibt uns hier oder hinterlasst unten ↓ einen Kommentar!

Ein Abenteuer haben wir damit aber trotzdem erlebt. Das Auto hat uns 5000 km sicher begleitet und keinen Mucks gemacht. Wir haben zum Ende der Reise alles gefunden und waren ein eingespieltes Team. Danach wieder zu Hause in einer großen Wohnung zu  eben und zu schlafen ist dann schnell ungemütlich und langweilig.

10. Weiterempfehlungsrate in Prozent

73,5 Punkte von 80 möglichen Punkten wurden erreicht.

Dies entspricht einer Weiterempfehlungsrate von 91,88 % .

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