Natur pur: Roadtrip durch Finnland

14.09. – 06.10.2024

AUTO:

Wir waren mit unserem eigenen Wohnmobil unterwegs. Für die Anreise haben wir die Fähre von Finnlines genutzt.

Spritkosten: ca. 480,00 €

CAMPINGPLÄTZE:

Siehe Campingplätze Finnland.

GESAMTKOSTEN:

Bei diesem Urlaub haben wir insgesamt ca. 5000 € ausgegeben. Davon machten 1200 € schon die Fährfahrt hin und zurück aus. Dabei haben wir uns allerdings auch bewusst für eine etwas teurere Außenkabine mit 4 Schlafplätzen entschieden. Ein Großteil des Budgets ging vor allem in Lebensmittel, die dort wesentlich teurer sind als in Deutschland, Essen gehen genauso.

STORY:

Zum 30. Geburtstag hat Karin eine „Reise zum Nordlicht“ geschenkt bekommen. Dazu gab es einen Kuschelhusky im Miniformat und ein Buch über Lappland. Das war in 2019. Seitdem haben wir ein Haus gebaut, ein Kind bekommen und ein neues Wohnmobil gekauft. Nachdem das Kind und wir den Familienroadtrip durch Europa erfolgreich gemeistert hatten, wurde es also Zeit für das nächste Abenteuer. Und um ehrlich zu sein: Das war schon längst überfällig. Immerhin haben wir nicht irgendein Haus gebaut, sondern ein finnisches Loghaus. Und wir wollten auch mal sehen, wie die Finnen das machen!

Die Fährfahrten buchten wir bereits im April 2024 zum Frühbucherrabatt, aber teuer fanden wir sie mit 1200 € trotzdem (auch wenn es die größere Kabine ist, der Ausblick war aber toll und gerade für das Kind spannend). Die Anreise über die baltischen Staaten kam aber aufgrund des Reise- und Schlafrhythmus des Kindes nicht in Frage. Also wurde noch einmal eine Runde gespart und währenddessen die Route geplant, die dann wie folgt aussah:

Die Fahrt zur Fähre nach Lübeck war eine große Herausforderung: Das Kind hatte was, aber keiner wusste, was los war. Wir mussten drei Mal anhalten und liefen zur Höchstform auf, um den kleinen Mann zu beruhigen. Am Hafen angekommen, konnte er sich dann während der Wartezeit etwas austoben und, da die Fähre erst um 2 Uhr ablegte, brachten wir ihn im Womo ins Bettchen. (Wie sich später herausstellte, hatte er Ohrenschmerzen).

Obwohl die Auffahrt auf die Fähre stark ruckelte und laut brummte, schlief D.-Boy tief und fest weiter. Aber, als wir dann geparkt hatten, wurde er wach und freute sich über den Laster nebenan. Wir kuschelten die Nacht im Doppelbett (unter der Klimaanlage…) und genossen morgens das Frühstück im Restaurant. Am besten war natürlich das Bällebad und der große Spielbereich für D.-Boy. An Deck fand er es eher weniger spannend – es war sehr stürmisch. Und als wir nach einer weiteren Nacht morgens in Helsinki ankamen, freuten wir uns schon auf Turku. Dort ließen wir es ruhig angehen – was uns in dieser Umgebung besonders leicht viel. Doch je weiter wir Richtung Norden fuhren, umso schöner wurde es. Wir wussten ja nicht, dass Finnland am bottnischen Meerbusen so schöne Sandstrände hat. Wir wussten aber auch nicht, wie kalt es im September sein kann. Wir trotzen dem Wetter und reisten über Oulu nach Rovaniemi, zum Nordpolarkreis (und zum Weihnachtsmanndorf).

Das war ein Erlebnis für sich, so nördlich waren wir noch nie zuvor. Zur Kälte kam noch Regen hinzu, aber wir wollten Lappland noch nicht wieder verlassen. So besuchten wir einen Wildlife Park und einen Skiort , wofür wir über weite Landschaften mit Tannen und Seen fuhren, ohne eine Menschenseele zu treffen. Aber Rentiere trafen wir. Nach dem Besuch im Skiort Ruka begaben wir uns dann auf den Weg Richtung Helsinki. Überall gab es stets tolles Frühstücksbuffet, schmackhafte und preislich günstige Lunchangebote und, für den kleinen Mann, immer Spielzeug, Kindergeschirr, Kindermenüs und abenteuerliche Wälder und Seen, an denen wir oft frei übernachteten. Das genossen wir sehr, das Freiheitsgefühl war einfach überwältigend. Der Osten Finnlands ist völlig anders, aber trotzdem so schön, mit seinen großen Seenlandschafen. Und obwohl uns zwischendurch das Gas ausging, wir ins Krankenhaus mussten und wir uns einmal festgefahren hatten, war es ein wundervoller Urlaub. Und am schlimmsten aber trotzdem okay: Wir haben kein einziges Nordlicht gesehen…

Wir wären gerne noch zwei Wochen länger geblieben, aber dann hätten wir den Wintereinbruch miterlebt und, bei allem was wir in Board hatten, dafür waren wir nicht ausgestattet. Die letzten Tage in Helsinki shoppten wir noch einmal Moomin-Artikel und vertrieben uns die Zeit in Cafés. Wir besuchten einige Orte, die wir vor 10 Jahren zuletzt gesehen hatten, als Karin hier studiert hat. Aber wir waren etwas traurig. Damals war alles sehr modern und fortschrittlich. Aber Deutschland und Europa haben nachgezogen und nun wirkt es nur noch wie ein altbekannter Standard. Auch die Menschen und das „Sisu“-Gefühl war anders als damals. Aber nicht nur die Stadt, auch wir haben uns seitdem verändert, was auch okay ist und dazu führt, dass uns die Natur wesentlich besser gefallen hat als die Hauptstadt.

Die Fähre hat uns anschließend vollgepackt wieder mit nach Hause genommen und wir können nur sagen: Mehr Ruhe und Natur, Familien- und Draußenzeit. Das ist was zählt, im Gegensatz zu Medien und Bildschirmzeit. Miteinander und Füreinander. Nach einer gesundheitlich schweren Zeit war das unsere Familienreise 2024, die viel mehr als nur eine Reise war.

Familienfreundliches Finnland:

EMPFEHLUNGEN:

RESTAURANTS

Oulu
Bistoria Patio Oulu
Nallikarinranta 10 | 90510 Oulu | Finnland
https://bistoria.fi/patio-oulu

Ruka
Hanki Baari Ruka
Rukankyläntie 11| 93830 Rukatunturi | Finnland
https://www.hankibaari.fi/

Ranua
Cafe & Bistro BUBO
Rovaniementie 29 | 97700 Ranua | Finnland
http://www.paavalniemen.fi/bubo

Vaasa
Memos
Hietasaarenkatu 18 | 65100 Vaasa | Finnland
https://memos.fi/

BARS UND CAFÉS

Helsinki
Markthalle „Vanha kauppahalli“
Eteläranta, 00130, Helsinki
Am Ende des Esplanade Parks
https://vanhakauppahalli.fi/

Café Ursula
Ehrenströmintie 3, 00140 Helsinki, Finnland
http://www.ursula.fi

Lathi
Cafe Kariranta
Vesijärven satama, Satamakatu 9, 15140 Lahti, Finnland
http://www.kariranta.fi/

Andere Geschäfte

Moomin Shop Esplanadi
Pohjoisesplanadi 2, 00130 Helsinki, Finnland
https://shop.moomin.com/

Hier findet ihr die Adressen auch noch einmal in der Karte:

HOT SPOTS:

Um Finnland wirklich zu fühlen, steht man am besten im Wald und am See – schaut mal bei unseren Campingplätzen vorbei und der dort empfohlenen App!

Wenn man sich für eine Rundreise entscheidet, sollte ein Halt am bottnischen Meerbusen zwischen Pori und Jakobstad auf jeden Fall eingeplant werden. Oft gibt es Parkplätze mit Hütten zum Feuer machen. Auf jedem Campingplatz gibt es eine Sauna, dort führt man spannende Gespräche – oftmals mit Einheimischen. Danach in das Meer oder den See hüpfen – das ist finnisch!

Die Fahrt zum Polarkreis ist geprägt von kargen Landschaften und unendlich langen Straßen. Man kann auch über Oulu fahren – europäische Kulturhauptstadt 2026. Das Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi ist jedoch das komplette Gegenteil: Bunt und schrill. Eine Postkarte von hier sollte man aber unbedingt versenden, denn nur hier gibt es den Weihnachtsmann-Poststempel und besondere Postkarten. Von hier aus kommt man sehr gut zum Ranua Wildlife-Park der weiße Eulen, Eisbären und viele andere tolle Tiere des Nordens zeigt.

Der Puijo-Turm ist ein Muss und liegt in Kuopio im östlichen Zentrum des Landes. Die Stadt selbst ist auch einen Besuch wert. Die berühmte Seenlandschaft zwischen Savonlinna und Lappeenranta lädt auch zum Verweilen für mehrere Tage ein, weil es so ruhig und wunderschön ist.

In der Markthalle in Helsinki findet man einen leckeren Fisch, eine gute Rentierwurst und heimische Kartoffeln. Wer möchte, kann natürlich auch direkt eine Fisch- oder Rentierfarm besuchen. Wer genug Zeit hat, besucht mit einer Schifffahrt die Festung Suomenlilnna. Die Eisbrecher auf der anderen Hafenseite Helsinkis sind als Kontrast dazu besonders imponierend.

Quayside of icebreakers
Merikasarmin laituri | 00160 Helsinki | Finnland

Das Hafenschwimmbecken im Hafen von Helsinki ist eines der ersten seiner Art welweit. Ein Besuch ist etwas ganz anderes als wir es mit Frei- oder Schwimmbädern kennen. Danach kann man dann z.B. die U-Bahn-Station Koivusaari besuchen. Sie ist 30 m tief unter das Meer gebaut und hat eine 75 m lange Rolltreppe. Oder man fährt eine Runde mit dem Riesenrad, was einen tollen Ausblick auf Stadt und Ostsee bietet!

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